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Neubau eines Torinstandsetzungsdocks

Nach Inbetriebnahme der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel wird es am Nord-Ostsee-Kanal insgesamt 15 stählerne Schleusenschiebetore geben: sechs für den Einsatz in Kiel, neun für den Einsatz in Brunsbüttel. Alle sechs Jahre müssen die Schiebetore einer umfassenden, handnahen Prüfung unterzogen werden. Nach maximal 20 Betriebsjahren wird eine Grundinstandsetzung der Schiebetore erforderlich. Für die damit verbundenen Stahlbau- und Korrosionsschutzarbeiten ist, ebenso wie für das Beheben von Havarieschäden, ein Aufenthalt im Trockendock erforderlich.

Auf Grund des Tiefgangs der NOK-Schiebetore kommen für diese Arbeiten nur wenige Docks im Umfeld des Kanals in Betracht. Mit dem Bau eines eigenen Docks durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung könnten sich auch Firmen um die zu vergebenden Aufträge für Arbeiten an den Schiebetoren bewerben, die sonst keinen Zugriff auf ein Dock haben. Damit kann der wirtschaftliche Wettbewerb gefördert werden. Zudem kann auf ein bundeseigenes Dock flexibler zugegriffen werden als z.B. auf das große Dock einer Werft.

Neubau eines Torinstandsetzungsdocks Neubau eines Torinstandsetzungsdocks Quelle: WSA Brunsbüttel

Im Ergebnis einer detaillierten Variantenuntersuchung zeigt sich, dass der beste Standort für das neue Torinstandsetzungsdock der Betriebshafen des WSA an der Ostermoorer Straße auf dem Nordufer des NOK östlich des Brunsbütteler Fähranlegers ist.

Die Errichtung des neuen Torinstandsetzungsdocks mit schallhemmender Halle und Liegeplätzen für Reservetore wurde 2010 zusammen mit dem Bau der fünften Schleusenkammer Brunsbüttel planfestgestellt. Auftraggeber des neuen Docks wird die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg als Unterbehörde im Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums. Der Bau-Auftragnehmer ist im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens zu ermitteln. Die Baukosten werden erst genauer zu beziffern sein, wenn das Vergabeverfahren voranschreitet. Mit dem Baubeginn wird nicht vor 2023 gerechnet.